Neue Reihe: Buchrezensionen – von Schülern für Schüler

„Homo Reus“ (= der schuldige Mensch)

von Nico Neukunft, 11a

Eine Rezension zum Roman „Homo Faber“ von Max Frisch – Deutschlektüre in Jahrgangsstufe 11

„Schicksalsschläge lassen sich ertragen – sie kommen von außen, sind zufällig. Aber durch eigene Schuld leiden – das ist der Stachel des Lebens.“ Falls Sie den Roman „Homo Faber“ kennen, würde ich mir wünschen, dass Sie für einen Moment die Augen schließen, um zu sehen wie Oscar Wildes Zitat maßgeschneidert für den Roman ist. Nicht nur werden die Motive des Schicksals, des Zufalls und der Schuld aufgegriffen, sondern auch mitaneinander verwoben. Dies zeigt die Allgegenwärtigkeit der Schuld in unserer Gesellschaft und deswegen ist es umso interessanter die Schuldfrage in „Homo Faber“ definitiv zu klären.

Es muss dabei gesagt werden, dass letztendlich eine Kausalkette zu Sabeths Tod geführt hat. Die Schuldfrage ist an unendlich vielen Punkten anzusetzen, weswegen eine eindeutige Schuldzuweisung unmöglich ist.

Schon direkt beim Grundstein der Katastrophe ist nicht eindeutig zu erkennen, ob Walter Fabers Abkehr von seiner ehemaligen Freundin Hanna und sein Wunsch, das Kind abzutreiben, Gründe für seine Schuld sind. Oder ob Hannas Wunsch das Kind für sich zu beanspruchen und dies Walter zu verschweigen gravierender in der Schuldfrage sind.

In der eigentlichen Handlung ist Fabers Schuld mit den verdrängten Fragen nach Hannas Ähnlichkeit mit Sabeth oder nach Sabeths Vater zu erkennen. Bis zum Punkt, dass er sich die Fakten so zu recht legt, dass nur Joachim in Frage als Sabeths Vater kommen könnte. Faber versucht also das Problem mit seiner Denkweise eines Technikers mathematisch zu lösen und überträgt dabei das rationale Element auf das irrationale: Faber will sich also gezielt irren. Und möglicherweise ist ihm auch moralische Schuld wegen seiner Vorliebe für jüngere Frauen wie Sabeth und Ivy zuzuschreiben.

Beim Moment des Unglücks Sabeths ist Fabers Bericht die einzige Quelle und er ist ein unzuverlässiger Erzähler, der sich innerhalb weniger Seiten widerspricht. Zudem betont er mehrmals, er hätte nichts zu verheimlichen. Er benutzt den Bericht, um sich zu rechtfertigen, macht diese sachliche Textart dadurch deutlich subjektiv gefärbt. Er hätte die Geschehnisse verändern können: Er stellt die Schädelbasisfraktur, die Sabeth beim Fallen über eine Böschung, weil sie vom nackten Körper Fabers zurückschreckt, als Zufall dar.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Schuldgefühle des Protagonisten. Der Bericht selbst ist schon ein Indiz für seine Schuldgefühle, da dieser als Rechtfertigung fungiert. Fabers Schuld ist nicht in bewussten Akten freier Willensbildung zu finden, sondern viel eher aus seiner inneren Unfreiheit, also der Inakzeptanz seiner irrationalen Seite, also seiner Emotionen. Aus dieser einseitigen Existenzkonzeption resultiert seine Blindheit, welche zur Katastrophe führt.

Es wäre aus diesem Grund interessant den Menschen als „Homo Reus“ zusehen, also die Essenz der Menschheit als unser Gewissen zu definieren.



“Weltwissen statt Bulimie-Lernen”

 

Jimena Ceño, Schülerin der 11b, hat mit ihrer Kolumne “Weltwissen statt Bulimie-Lernen” den Schreibwettbewerb der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) für die Ausgabe 01/2018 gewonnen.  Hier ihr Gewinnertext.  Weiterlesen







Mittendrin bei „Jugend musiziert“

Victoria (6. Klasse) und Ellen (Klasse 8) von der DS Málaga berichten, wie es war, am Wettbewerb teilzunehmen.

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Dieses Jahr fand der Landeswettbewerb Jugend musiziert an unserer Schule, der DS Málaga statt. Nach vielem Üben und aufwendiger Vorbereitung war es endlich soweit.  Weiterlesen


Lernen wir fürs Leben?

20170407-_MG_2323Wofür lernen wir das? Oder: Das brauchen wir nie wieder! Diese Sätze höre ich oft auf dem Schulhof und ich bin auch der Meinung, dass wir nicht unzählige Gedichte analysieren oder die x-te Funktionsgleichung berechnen sollten, sondern in der Schule auch auf alltägliche Dinge nach unserer Schulzeit vorbereitet werden sollten. Weiterlesen