Spanisch zu Hause, Deutsch in der Schule

 

Seit dem Kindergarten besuche ich die Deutsche Schule Málaga. Dort wachse ich als Spanierin zwischen zwei verschiedene Kulturen auf. Meine Eltern, zwei „Malageños“, waren sich einig, dass es für ihre Kinder sehr wichtig sein würde, eine zweite Sprache zu können. Deshalb meldeten sie im Jahre 1998 meine große Schwester in der Deutschen Schule an, dann kam mein Bruder und schließlich ich. 

 In zwei Jahren mache ich das Abitur und ich bin mir sicher, dass ich in Deutschland studieren werde.

Ohne die Willenskraft meiner Eltern wäre es ziemlich schwierig gewesen. Beispielsweise kann meine Mutter, die kein Wort von Deutsch versteht, das Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ fehlerfrei singen. Manchmal hat sie mir sogar mit Hilfe von Grammatikbüchern versucht zu erklären, wann man den Akkusativ bzw. den Dativ verwendet.

Meine Kindheit war immer in  zwiegespalten: Morgens in der Schule und nachmittags zuhause.

Manchmal, als ich noch im Kindergarten war, war mir nicht klar, mit wem ich welche Sprache sprechen sollte, sodass ich öfters meine Großeltern auf Deutsch begrüßt habe.

Obwohl wir alle Europäer sind, haben Spanier und Deutsche verschiedene Traditionen und Gewohnheiten. So haben mir die Geschenke, als meine Milchzähne fielen, entweder die Zahnfee oder den „Ratoncito Pérez“ gebracht.Außerdem haben sich meine Cousinen, die eine spanische Schule besuchen, immer gewundert, als ich an Ostern die Ostereier bemalt habe. Während meine deutschen Freunde in der Schule immer interessant fanden, dass ich in Semana Santa als Nazzaräer in der Procesión ging.

Aus diesen Gründen bin ich zwischen zwei Stühle erzogen worden. Heutzutage sind beide Kulturen mit ihren Traditionen für mich gleich wichtig und werden mich bestimmt mein ganzes Leben begleiten.

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